Musik in der Kirche kann aufregend sein, wenn sie von Profis gemacht wird. Lange Zeit war das aber eher nicht der Fall. Bis 1961 ein christliches Lied die Charts stürmte. Warum? Weil sich viele Gläubige darüber aufregten und andere es deshalb kauften. „Danke für diesen guten Morgen“ war der Beginn einer neuen Zeit für die Kirchenmusik in Deutschland. Doch in den USA entwickelten sich noch ganz andere Dinge: Jesus spielte plötzlich Klampfe und fing später sogar an, zu rocken. Die Musik, die dabei entstand, wurde von der einschlägigen Musikpresse zunächst noch belächelt, wurde aber im Lauf der Jahre zu einer echten wirtschaftlichen und kulturellen Größe. Wir haben einen darüber ausgefragt, der es wissen muss, weil er von Anfang an dabei gewesen ist: Andreas Malessa, Journalist und Autor, tourte damals mit dem Duo Arno und Andreas durch die Lande und spielte vor vollen Hallen und ausverkauften Häusern. Besucherzahlen, die in die Tausenden gingen, waren keine Seltenheit. Was war der Reiz an dieser Musik? Was suchten vor allem jüngere Menschen in ihr? Und wohin entwickelte sie sich weiter? Antworten gibt es bei diesem gleichzeitig launigen und informativen Gespräch mit einem Urgestein der christlichen Pop- und Rockmusik. Viel Spaß dabei! (Episodenbild erstellt mit ChatGPT)
Zur Musik, die wir zwischen den Kapiteln kurz einspielen, führt Dich dieser Link: https://gofimueller.bandcamp.com/album/ohne-mich-gehts-nicht
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Die Bundestagswahl ist nicht lange her. Das starke Abschneiden der extremen Rechten steckt uns noch in den Knochen. Und das hört man diesem Gespräch auch an, zumal es nur zwei Tage später aufgenommen worden ist. Wie reagiert man auf die Ergebnisse dieser Wahl? Da gibt es viele Möglichkeiten. Eine ist vielleicht: sich etwas vorzulesen und darüber zu sprechen. Das machen wir bei Poetry Talk, einer Mischung aus Lesung, Spoken Word und Talk. Dazu haben wir Jasmin Brückner aus Halle und Marco Michalzik aus Wien eingeladen und freuen uns sehr darüber, dass sie ihre ganz fantastischen Gedichte mitgebracht haben. Herausgekommen ist eine lyrische Aufarbeitung unseres Polit-Katers, die uns gutgetan hat. Euch geht es hoffentlich auch so. Viel Spaß dabei!
Jasmin Brückner findet Ihr z. B. hier: https://jasminbrueckner.de/
Marco Michalzik findet Ihr z. B. hier: https://www.marcomichalzik.com/
Der Spoken Word Künstler Micha Kunze hat ein neues Album veröffentlicht. Und wir sind aus dem Häuschen, weil wir es SO GUT finden. Regen & Neonlichter ist, entgegen aller derzeit gängigen Hörgewohnheiten, ein Konzeptalbum, das erst als Ganzes seine volle Schönheit entfaltet. Kein leichter Stoff, aber faszinierend und dank der fantastischen Produktion von Kilian Mohns ein großartiges Erlebnis.
Wir reden natürlich über die Texte und was sie sagen wollen, aber auch über die Musik, den Klang und die Atmosphäre, die dieses fantastische Album hervorruft. Micha ringt mit den ganz großen Fragen, mit Einsamkeit und Identität, mit der Suche nach Wahrheit und wohin die Reise des Menschen geht. Was er liefert, sind keine Antworten, aber einen Appell: Nimm dich selbst in den Arm, sei Teil deines Teams, verliere nicht die Hoffnung. Das alles und noch viel mehr in diesem hörenswerten Gespräch mit Micha Kunze. Viel Spaß!
Nur wenige Tage vor seinem neunundsiebzigsten Geburtstag ist der Filmemacher und Künstler David Lynch gestorben. Er hat sich selbst als Filmemacher bezeichnet, aber die allgemeinere Bezeichnung ‚Künstler‘ trifft eher auf ihn zu. Denn Lynch hat nicht nur Filme, sondern auch Gemälde, Fotos, Skulpturen, Musik und sogar Möbel gemacht. Seine Kunst ist oft geheimnisvoll bis rätselhaft. Gerade das macht sie aber so interessant. Und auch wenn wir nicht behaupten können, echte Lynch-Fanboys zu sein, wollen wir einem ganz Großen doch unseren Respekt zollen. Wir sprechen vor allem über den Film Mulholland Drive von 2001, beleuchten aber auch Lynchs Herkunft und seine Tätigkeit als bildender Künstler. Vielleicht verstehen wir nicht alles, was er gemacht hat – es packt uns aber trotzdem.
Schreibe einen KommentarGemeinsam mit Marius Müller-Westernhagen steht sie auf den größten Bühnen, sie ist eine Meisterin des Cajón und als Sängerin eine absolute Naturgewalt: Heidi Joubert veröffentlicht in wenigen Tagen ihr Debut-Album, eine Mischung aus Soul, Rock, Pop und Weltmusik, obwohl sie als Musikerin schon seit Jahren tourt und auch Alben veröffentlicht hat. Aber eben nicht alleine. Und nicht, wie es jetzt der Fall ist, nach einem harten Lebensbruch und einem Neustart als Musikerin und Mensch. Die Songs, die sie mit Hochkarätern der Branche eingespielt hat, sind sehr persönlich und beschreiben die letzten Etappen ihrer Lebensreise. In diesem Gespräch erzählt Heidi uns, wie sie Musikerin geworden ist, was die ‚Universität der Straße‘ sie darüber gelehrt hat, wie sich Musik und Spiritualität für sie verbinden und worum es ihr in ihrer Musik geht. Ein ehrliches, tiefgehendes Gespräch, das wir auf Englisch geführt haben und an dem Jay diesmal leider nicht teilnehmen konnte. (Episodenbild: Jörg Steinmetz)
Mehr von Heidi Joubert findest Du hier:
https://cajonbox.com
https://heidijoubert.com
https://www.instagram.com/heidijoubertcajon/
Unsere letzte Folge des Jahres 24 ist besonders. Gofi feiert nämlich heute Geburtstag. Und Du darfst mitfeiern. Zur Feier des Tages haben wir uns mit Gerrit Schönberger getroffen und uns gegenseitig erzählt, welche Filmtode den größten Eindruck bei uns hinterlassen haben. Jeder hat drei seiner Lieblingstode mitgebracht. Reihum erzählen wir uns, um welchen Film und welche Szene es sich handelt und was uns daran so begeistert oder bewegt. Der eine oder andere Klassiker ist natürlich mit dabei. Es ist aber gut möglich, dass wir Dir auch Filmperlen vorstellen werden, die Du bisher noch nicht auf dem Zettel gehabt hast.
Gerrit ist übrigens nicht nur Gofis Neffe und Filmfanatiker, sondern auch der Autor, Produzent und Sprecher des äußerst hörenswerten Podcasts ‚Jonestown – Geschichten einer Tragödie‘.
Achtung: Weil dies bereits die letzte Folge des Jahres ist, hat sie deutliche Überlänge. So wie es sich für eine Geburtstagssause mit leckeren Getränken und guter Laune eben gehört. Danke für Dein Interesse an Cobains Erben! Wir wünschen Dir einen schönen und entspannten Jahresausklang. Bis demnächst wieder in 2025. Deine Cobains Erben.
Stell Dir vor, ein Mann steigt in die Badewanne und kommt nicht wieder heraus. Ihm fällt einfach kein Grund ein, warum er sie wieder verlassen soll. Seine Schwester gießt regelmäßig warmes Wasser nach, damit ihm nicht kalt wird. Besucher*innen empfängt er nackt und weiterhin badend. Absurd, aber genau diese Geschichte erzählt das Theaterstück ‚Der Wassermann‘, in dem unser Freund und Hörer Roland Eisner die Hauptrolle spielt. Er und der Autor und Regisseur Philip Hauser sind bei uns zu Gast und erläutern die Hintergründe, wie es zu dem Stück gekommen ist, wie es bei mehreren Aufführungen in Berlin beim Publikum angekommen…
Schreibe einen KommentarDie Wahl in den Vereinigten Staaten liegt hinter uns, Schock und Unverständnis hängen uns noch in den Klamotten. Da ist es eine passende Gelegenheit, über einen Film zu sprechen, der Anfang des Jahres bereits erschienen ist: Civil War von Alex Garland. Es ist ein Filmstoff, der sich aufgedrängt hat, denn der US-Wahlkampf war aufgeladen mit brutaler Sprache und der Androhung von Gewalt. Wie könnte das aussehen, wenn erneut ein Bürgerkrieg in Amerika ausbrechen würde? Der Film geht dieser Frage nach und schickt vier Kriegsreporter auf einen Roadtrip quer durch die Staaten, die zerrüttet sind durch Tod und Grausamkeit. Es ist eine Geschichte über Mut und Waghalsigkeit, über die Notwendigkeit, zu beobachten, was passiert, und die Frage, ob und wem das eigentlich etwas bringt. Ein großartiger und bedrückender Film. Ja, wir werden spoilern. Aber das macht nichts. Civil War wird mit jedem Anschauen immer nur noch besser.
Schreibe einen KommentarKunst und Religion liegen ganz nah beieinander. Es ist nicht selten der Fall, dass sich Menschen besonders für Kunst interessieren, die mit dem religiösen Glauben nichts (mehr) anfangen können. Aber warum ist das eigentlich so? Was haben Kunst und Religion gemeinsam? Und können die beiden vom jeweils anderen profitieren?
Diese Doppelfolge versucht den Fragen auf die Schliche zu kommen. Im ersten Teil unterhält sich Gofi mit dem Theologen Christoph Wiesinger, der seit 2023 Professor für Gemeinde- und Religionspädagogik an der EH Darmstadt ist und sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit auch mit den Themen Kunst, Ästhetik und Glaube beschäftigt hat. Gofi und Christoph sind seit langem miteinander befreundet, und das merkt ihrem entspannten und dennoch gehaltvollen Gespräch an.
Im zweiten Teil untersucht Gofi einen Text des Dichters und katholischen Mystikers Thomas Merton. Sein wahnsinnig spannendes ‚Wort an Dichterinnen und Dichter‘ (‚A Message to Poets‘) beschreibt in dichter, mystischer Sprache die Bedeutung, die Kunst für unsere Gesellschaft hat. Für Merton steht fest, dass Kunst etwas durch und durch Spirituelles ist. Gofi hat den Text übersetzt und stellt ihn hier vor.
Beide Folgen wurden bereits vor fünf Jahren aufgenommen. Jay ist deshalb nicht dabei, weil es Cobains Erben damals noch nicht gab. Das ist schade, aber Christoph Wiesinger und Thomas Merton sind beides auch ganz hervorragende Gesprächspartner. Überzeuge Dich selbst.
Es ist verrückt. Laurent aus Bayern malt leidenschaftlich gern abstrakte Bilder, verkauft sie in die ganze Welt für fünfstellige Summen – und ist drei Jahre alt. Ist das Kunst, was er schafft? Viele glauben das offensichtlich. Warum sonst sind sie bereit, so viel Geld für seine Gemälde auszugeben? Aber wie kann das sein? Muss man nicht etwas können, um ein Kunstwerk zu schaffen? Mehrere Kunstschaffende auf Instagram scheinen dieser Meinung zu sein. Sie nehmen Performance-Künstlerinnen, abstrakte Malerinnen und andere in kurzen Clips auf den Arm und stellen dann ihre handwerklich hervorragenden Werke daneben, um zu demonstrieren, was ihrer Meinung nach WIRKLICH Kunst ist. Haben sie recht? Kommt ‚Kunst‘ von ‚Können‘? Woran erkennen wir, dass wir es mit einem Kunstwerk zu tun haben? Und kann ein Werk für die eine Person Kunst sein und für die andere nicht? Über diese Fragen sprechen wir in unserem kurzweiligen Talk. Viel Spaß beim Hören!
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