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Cobains Erben Beiträge

Warum wir gerade heute nicht auf Kunst verzichten können (mit Marco Michalzik und Micha Kunze)

Wir sind zurück aus der Sommerpause und haben Euch etwas Schönes mitgebracht. Oder vielmehr: Viele schöne Dinge. Denn unsere Webseite ist in den vergangenen Wochen zu einem Web-Magazin angewachsen und beinhaltet jede Menge großartiger Kunstwerke, die Ihr Euch in aller Ruhe anschauen, durchlesen und anhören könnt. In dieser Folge wird das von uns zünftig gefeiert, und zwar gemeinsam mit den Spoken Word Artists und Dichtern Marco Michalzik und Micha Kunze. Wir stellen Euch in Ruhe die neue Seite und das dahinterliegende Konzept vor, um dann zu einer Frage zu kommen, die uns unter den Nägeln brennt: Warum sollte man überhaupt Kunst machen in einer Welt, die sich in einer großen Krise befindet, und in Zeiten, in denen der politische Wind sich zu drehen scheint und in denen immer mehr Menschen mit reaktioniären, autoritäten Ideologien liebäugeln? Was kann Kunst eigentlich? Brauchen wir sie noch? Was macht sie so unentbehrlich? Dieses Gespräch beginnt locker, nimmt später gehörig an Intensität zu und enthält die eine oder andere erhellende Erkenntnis. Lasst Euch das nicht entgehen. Viel Spaß!

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Till Lindemann: Sex, Drugs and toxische Männlichkeit

Es ist in der letzten Zeit viel berichtet worden über die Band Rammstein und ihren Sänger Till Lindemann. Ausgelöst hat das die Nordirin Shelby Lynn, die behauptet, sie sei auf einem Konzert der Band betäubt und verletzt worden. Außerdem sei sie von Mitarbeitern der Band ‚gecastet‘ worden, um sie dem Sänger als Sexpartnerin zuzuführen. Dem hätte sie sich aber verweigert. Andere Frauen haben im Anschluss an Lynns Berichte von ähnlichen Erfahrungen geschrieben. Seit vielen Jahren inszeniert Lindemann sich als frauenverschleißender Macho und besingt sexuelle Gewalt. Doch jetzt scheint er den Bogen überspannt zu haben. Die moralische Empörung darüber ist groß. Sein Verlag hat ihn gefeuert, Geschäftspartner des Unternehmens Rammstein haben sich zurückgezogen. Hat er sich strafbar gemacht? Oder hat Lindemann ‚nur‘ seine Position als Rockstar ausgenutzt, um Sex zu haben? Und ist das eigentlich normaler Bestandteil von Sex, Drugs and Rock’n’Roll? Oder eher Machtmissbrauch? Welche Form von Macht sollte das sein? Und welche Vorstellung von Männlichkeit ist für Auswüchse dieser Art verantwortlich? All diesen Fragen gehen wir in unserem letzten Talk vor der Sommerpause nach.

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Gegen alle (Social Media) Regeln – Warum Tim Ziegeler absurde Tierbilder malt

Eines Tages saß Tim Ziegeler an seinem Schreibtisch und hatte einfach keinen Bock mehr auf all die stromlinienförmige, eingängige Art der Kommunikation, die als Angestellter im Bereich Marketing sein tägliches Brot war. Deshalb nahm er einen Kugelschreiber und ein Blatt Papier und malte ein Tier, das gerade irgendeiner sinnlosen Tätigkeit nachging. Diese Zeichnung versah er mit einem komplizierten Bandwurmsatz, der das Bild beschrieb. Einfach so. Um gegen alle gängigen Regeln zu verstoßen. Und damit war das erste Werk seiner Trash Art Reihe geboren, die er seitdem in den sozialen Netzwerken postet. Tim kann gar nicht zeichnen. Darum geht es auch gar nicht. Aber worum dann? Darüber reden wir: über das Absurde und warum gerade das scheinbar Sinnlose sehr sinnvoll sein kann, welche Regeln es in der erfolgreichen Kommunikation gibt, gerade auch in den sozialen Medien, wie man sie richtig anwendet, aber manchmal eben auch bewusst umgeht und schließlich auch über die Frage, wie es als Künstler*innen gelingen kann, die sozialen Medien für sich zu nutzen. Tim kennt sich aus, er beschäftigt sich mit diesen Themen beruflich. All das und noch ein bisschen mehr hört ihr in diesem launigen Talk. Viel Spaß!
Tims Tiere findet ihr auf Instagram unter @tims_tiere.

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Antisemitismus in Kunst und Kultur: Wie gehen wir damit um? (m. Michael Blume)

Weißt Du noch? Es ist schon etwas länger her, dass wir über den Film ‚300‘ gesprochen und uns heftig darüber aufgeregt haben. Unter anderem haben wir ihn als antisemitisch verstanden. Ist das wirklich so? Oder sind wir in unserer Kritik zu weit gegangen? Das wollten wir gerne von Michael Blume wissen, dem Beauftragten Baden-Württembergs gegen Antisemitismus. Michael war so freundlich, unsere Einladung anzunehmen. Deshalb konnten wir ihn fragen, wie er diesen Film findet, ob er ihn auch als antisemitisch bezeichnen würde und wie man überhaupt mit antisemitischen Aussagen und Bildern in Kunst und Kultur umgehen sollte. Mit seinen Antworten hat er uns durchaus immer wieder überrascht. Er selbst beispielsweise würde mit diesem Begriff sehr vorsichtig sein und stattdessen oft lieber ein anderes Wort wählen. Außerdem erklärt er uns, welche Motive hinter Verschwörungsmythen stecken und welchen Rat er uns geben würde für den Umgang mit problematischen Inhalten. Viel guter Stoff zum Anhören und drüber Nachdenken! Viel Spaß dabei!

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Auf der Straße zuhause – Wie die Fotografin Debora Ruppert Wohnunslose porträtiert

Debora Rupperts Fotos sind in großen Medien zu sehen wie Zeit online und Spiegel online, sie veranstaltet Ausstellungen wie zum Beispiel letztes Jahr im Berliner Abgeordnetenhaus oder demnächst im Bundestag. Aber ihr Weg zur Fotografie war eher verschlungen. Ursprünglich hatte sie vorgehabt, im kirchlichen Kontext zu arbeiten. Dieser Traum zerschlug sich jedoch, und sie entschied sich lieber für die Kunst. Die bekanntesten ihrer Bilder zeigen wohnungslose Menschen, die Debora mit viel Empathie und Sensibilität porträtiert. Warum sie sich gerade für dieses Thema interessiert, wie sie die Menschen kennenlernt und sie davon überzeugt, sich fotografieren zu lassen, und was sie mit ihren Ausstellungen und Bilderstrecken bisher alles erlebt hat, das erzählt erzählt Debora uns auf mitreißende Art in diesem spannenden Gespräch. Aber hört selbst. (Das Episodenbild ist von Nadine Stenzel.)
Deboras Webseite findet Ihr hier: https://www.deboraruppert.com/
Hier findet Ihr das Projekt ‚Kein Raum‘: https://www.street-life-berlin.com/
Hier ist Debora bei dem Sony Talk ‚Female Photographers‘ zu Gast: https://youtu.be/7BTnuaF5_wc
Hier findet Ihr Informationen zu ‚BLICK:WECHSEL‘, der Ausstellung im Berliner Abgeordnetenhaus: https://www.parlament-berlin.de/das-haus/ausstellungen-im-parlament/2022-2023/blick-wechsel-ich-zeig-dir-meine-welt

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Everybody’s Looking For Something: Wir besuchen Gofis neue Ausstellung

Während wir im Supermarkt einkaufen und uns überlegen, was wir am Abend kochen möchten, sterben irgendwo anders Menschen im Krieg oder ertrinken auf der Flucht. Und drüben, in der Weinabteilung, durchlebt jemand ganz heimlich seine eigene persönliche Apokalypse, ohne dass irgendjemand es merkt. Unsere Wirklichkeit ist ein krasses Spannungsfeld, in dem wir uns täglich zurechtfinden müssen. Wie geht man damit um? Gofi macht Bilder und arbeitet sich auf diese Weise an ihr ab. Was ist wirklich wirklich? Und woher kann ich das wissen? Wie glaubwürdig sind die Milliarden Bilder, die uns umgeben und allesamt den Anspruch haben, Wirklichkeit zu repräsentieren? Das sind die Fragen, die ihn in seiner bildnerischen Arbeit beschäftigen. Ende Mai wird er seine neuesten Werke in einer Ausstellung in Hamburg präsentieren. Aber in unserer Online-Galerie ATTÓKK kann man sie jetzt schon betrachten. Gemeinsam durchwandern wir den Ausstellungsraum, Jay darf nach Herzenslust Fragen stellen, und Gofi antwortet darauf, so gut er kann, und ist manchmal selbst überrascht, was dabei zutage gefördert wird. Mach es Dir gemütlich und begleite uns bei diesem spannenden Ausstellungsbesuch. Viel Spaß!

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Wie man 2 bis 3 Romane im Jahr schreibt – Tipps und Tricks von der Bestsellerautorin Julia Kröhn

Sie wurde in Österreich geboren, hat das Arbeitsethos einer Preußin, veröffentlicht pro Jahr zwei bis drei Romane, und zwar unter bis zu sieben Pseudonymen: Julia Kröhn schreibt leidenschaftlich seit ihrer Jugend und hat es bereits mehrmals auf die Spiegelbestsellerliste geschafft. Wie das die sympathische Autorin hinbekommt, die sich nicht etwa in irgendeine Schreiboase zurückzieht, sondern ein ganz normales Leben mit Tochter in Frankfurt führt, das erzählt sie in diesem packenden Gespräch. Du erfährst, wie es dazu gekommen ist, dass Julia inzwischen vom Schreiben leben kann, wie sie ihren ersten großen Verlag gefunden hat, aber auch, was sie durch ihr Schreiben erreichen möchte, wie ihr Arbeitsalltag aussieht, wie sich die Buchbranche in den letzten Jahren verändert hat, was es bedeutet, als Frau darin zurechtzukommen und welche Tipps sie für angehende Autor*innen hat. Das alles und noch mehr in diesen dichten zwei Stunden voller hochinteressanter und persönlicher Einblicke in das Leben einer Bestsellerautorin. Viel Spaß! (Das Foto ist von Sarah Kastner.)
Julias umfangreiche Webseite mit vielen Hintergrundinformationen findet Ihr hier. Ein Besuch lohnt sich!
Wir haben unter anderem geredet über Julias aktuelles Buch DIE WELT GEHÖRT UNS.
Der erste Band dieser Dilogie ist DIE GEDANKEN SIND FREI.

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Schönheit in allen Lebensscherben – Die Lyrikerin und Musikerin Jelena Herder zu Gast

Jelena Herder begeistert uns. Die Lyrikerin und Musikerin hat mit ihrem Mann Timon ein Album vorgelegt, das vielmehr ist als ‚nur‘ ein Musikalbum. ‚Wir sind immer noch dieselben, sind nur nicht mehr die Gleichen‘ ist voller schöner Melodien und behutsamer, kunstvoller Texte, die zu Herzen gehen, aber auch Mut machen, weil sie mitten im Zerbruch des Lebens dem grauen Alltag ein trotziges Trotzdem entgegensetzen. Jelena hat uns in der Bokopano Factory in Marburg besucht und uns die Geschichte ihres Werkes und seine Hintergründe geschildert. Wir haben dieses Gespräch mit ihr sehr genossen. Aber hört selbst!
Jelenas und Timons Webseite findet ihr hier: https://www.kunstzumleben.org/

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Im Westen nichts Neues – Hat der Film die Oscars verdient?

Das hat es noch nie gegeben, dass ein deutscher Film so viele Oscars abräumt! Ganze vier Stück sind es am Ende für ‚Im Westen nichts Neues‘ geworden, der Verfilmung des Romans von Erich Maria Remarque. In Deutschland ist das Echo zwiegespalten. Mehrere Kritiker sind der Ansicht, dass der Film die Auszeichnungen nicht verdient hat. Selbstverständlich haben auch wir ihn gesehen und beurteilen ihn stellenweise unterschiedlich. Darüber reden wir, und zwar im Detail: Was gefällt uns, was eher nicht? Welche Unterschiede fallen uns zum Roman und zu älteren Verfilmungen auf? Wie haben uns Schauspiel, Musik und Bildsprache gefallen? Am besten, ihr hört ihn Euch einfach an, unseren Talk, über einen beeindruckenden Film zu einem echt bedrückenden Thema, das uns auch im wirklichen Leben zuletzt wieder näher auf die Pelle gerückt ist.

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Faszination des Morbiden – Über die dunkle Kunst H. R. Gigers

Der erste ‚Alien‘-Film erschien 1979 (‚Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt‘) und ist seitdem ein Meilenstein, nicht nur des Science-Fiction-Genres, sondern der gesamten Kinogeschichte, der mehrere Sequels nach sich zog. Der Künstler, der sich nicht nur das Alien ausdachte, sondern auch die Kulissen entwarf, hieß H. R. Giger und kam aus der Schweiz. In dieser Episode beschäftigen wir uns mit seiner Kunst und verraten Euch ein wenig über deren Hintergründe. Und zwar tun wir das in Form eines Experimentes: Die HMH-Gallery auf Mallorca zeigt Teile seines Werkes online in ihrer virtuellen Gallerie auf der Seite Kunstmatrix.com. Diese Ausstellung betrachten wir in aller Ruhe und sprechen darüber. Und Euch nehmen wir mit. Seid dabei, wenn wir uns in Gigers Welt entführen lassen und uns über die dunklen, morbiden und stellenweise ausdrücklich sexuellen Motive austauschen.
Zur Ausstellung geht es hier: https://artspaces.kunstmatrix.com/en/exhibition/11191602/hrgiger-hmh. Die Podastfolge von ‚Stuff that blows your mind‘, die Gofi erwähnt, findet Ihr hier: https://omny.fm/shows/stuff-to-blow-your-mind/h-r-giger-and-the-biomechanical-soul. Und die Dokumentation, deren Namen Gofi nicht einfiel, heißt natürlich ‚Dark Star‘. Ihr könnt Euch hier darüber informieren, wo Ihr sie sehen könnt: https://www.werstreamt.es/film/details/685802/dark-star-hr-gigers-welt/
Die Musik dieser Folge stammt von Gofi Müller & Rhadio. Ihr könnt sie hier hören und kaufen: https://gofimueller.bandcamp.com/album/ohne-mich-gehts-nicht. Das Episodenbild stammt von Shutterstock.

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