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Let me entertain you! – Über das schwierige Verhältnis zwischen Kunst und Unterhaltung

Crash! Boom! Bang! Jay hat neulich mal wieder den Film ‚True Lies’ gesehen und fragt sich, warum eine zünftige Explosion nicht genauso viel künstlerischen Gehalt haben sollte, wie zwei parallele Linien auf einer Leinwand. Was ist der Unterschied zwischen einem Blockbuster und einem Art House Film? Warum sind manche Kunstwerke so langweilig? Warum sind manche Werke unterhaltsam und TROTZDEM Kunst? Wenn sich Kunst und Unterhaltung nicht ausschließen müssen: Warum tun sie es dann so oft? Fragen über Fragen, über die wir uns nachts bei Wein unterhalten und uns immer tiefer im Fragengestrüpp verstricken, bis Jay verzweifelt, weil er keinen Ausweg mehr sieht. Doch dann, ganz zum Schluss, haben wir eine famose Idee. Hört am besten selbst.

7 Kommentare

  1. Jay bei Helene Fischer: „So ne tolle Explosion haben wir noch nie gesehen!“ Musste sofort an den Schluss vom Woyzeck denken: „Ein guter Mord, ein echter Mord, ein schöner Mord, so schön als man ihn nur verlangen kann, wir haben schon lange so kein gehabt.“ Legendär in der fränkischen Umsetzung der Theater-AG bei uns an der Schule damals: „A guuder Modd, a ächder Modd, a schenner Modd, so an schenna hemmer scho lang nämmer kood!“ Auf jeden Fall große Kunst.

    • Ein Träumchen, Daniel! Da wär ich gerne dabei gewesen.

  2. Gerrit Gerrit

    Hey Erben,

    Ich musste bei der Folge irgendwie an Gott denken. Und den Versuch sie zu definieren.
    Das „Göttliche“ gibt es in allen Kulturen; es ist das, von dem sich schwer sprechen lässt, aber das jede*r woanders wahrnimmt. Klar gibt es die common grounds, auf denen sich viele einig sind: „ja, das ist Gott“ – und andere können das wiederum überhaupt nicht so sehen.

    Der Versuch, „Gott“ zu definieren, klare Regeln und Eigenschaften für ihn/sie festzulegen, geht oft mit elitärem In-group/Out-group-Denken einher. Oder das egalitäre Gegenteil: „Gott ist überall, alles ist Göttlich“ – und dann ist auch gar nichts mehr definiert… ( Trigger Warnung an Jay: dann wäre Helene Fischer nicht nur Kunst, sondern auch Gott. Hehe!)

    Und so ist es mit der Kunst auch.
    Die meisten Menschen machen diese Ergriffenheitserfahrungen. Das, was über das alltägliche Erleben von Ästhetik hinaus geht.
    Aber was ist Kunst?
    Alles? Oder elitär definiert, das, was nur eine besonders gesegnete Gruppe bestimmt?
    Beides – und weder noch.

    Ich finde es irgendwie cool, dass wir mit diesen Begriffen so Schwierigkeiten haben.
    Und man so viel darüber diskutieren kann. (Am besten in zwei verschiedenen Podcast-Formaten… 😉 )

    Habe euch gerne zugehört und innerlich mitdiskutiert!

    • Jay Jay

      Danke Gerrit,

      das triffts sehr gut. Schon seltsam, dass man irgendwie das Bedürfnis hat, so was feines wie Gott oder die Kunst „einzuzäunen“.
      LG,
      der Jay

      PS Helene Fisher is god. Haha. Ich dachte, Clapton wär’s. 😉

  3. Andi Andi

    Hi Jay & Gofi,

    bin nach einigen Wochen Abstinenz, in der ich den Sommer aufsaugte und das Leben genoss, wieder mal dazu gekommen, Euch zu hören. Mir ist ein fettes, deftiges U auch zehnmal lieber als ein pseudointellektuelles Gewackel 😉 Das mit dem Elitären triffts.

    Schönen Abend Euch und schaut nicht zu tief in das Glas mit den Elixieren des Teufels…

  4. Andi Andi

    Höre die Folge grad zum zweiten Mal, Eure beste neben Fight Club und Leonard Cohen.

    Gibt es schlechte Kunst? Irgendwie pochen da in mir zwei Herzen: Einmal das Stuhlkreis-Waldorf-Herz, das sich immer freut, wenn jemand im Rahmen seiner Mölglichkeiten was erschafft und teilt, zum zweiten das Herz des Woody-Allen- und Quentin-Tarantino-Liebhabers, der sich da schon was drauf einbildet…

    Das elitäre Kunstverständnis erinnert mich ans Kohlberg-Stufenschema der Moralentwicklung, nach dem jeder auf ich glaube sieben Stufen irgendwo stehenbleibt. Habe ich ein sehr ambivalentes Verhältnis zu. Wenn die Gesellschaft wirklich so eine Pyramide auch in Geistes- und Kunstverständnis ist, dann muss man dennoch festhalten, dass auch „unten angesiedelte“ Menschen Wahrheit und Kunst erkennen können und weiter obige verkennen. Zum Beispiel in einem Zwei-Parteiensystem mit Fifty-fifty-Chance für die bessere Wahl.

    Das führt mich auf gedanklichen Schleichwegen (ein kleiner Clown in meinem Hirn schreit „Heureka!“, hört Ihr ihn?) zu den sozialistischen Arbeiterdichtern. Irgendwie brauchen wir ja auch Unintellektuelle, die vierzig Jahre lang in der Fabrik eine Stanze runterdrücken, ohne unterfordert zu sein und dann am Wochenende bei Helene Fischer ein spirituelles Erweckungserlebnis zu haben (und das haben Sie glaube ich wirklich – das platte Auge des Betrachters bringt es bei aller Schlichtheit wohl auf den Punkt). Ihre Arbeit ist genauso viel wert wie die eines Managers (auch wenn ich als nichtsozialistischer Linksliberaler – aber eindeutig Liberaler – mit ein paar konservativen Versatzstücken glaube, dass man Leistungsanreize zum Aufstieg in der Pyramide setzen sollten, weil sie Mehrwert schaffen und alle voranbringen).

    Die beste Kunst ist wohl die, die E und U so vereint, dass sie von verschiedenen Personen auf verschiednenen Ebenen so betrachtet werden kann, dass sie alle geil und überwältigend finden. Quentin Tarantino und King of Queens würden mir da einfallen 😉

    • Jay Jay

      Danke, Andi! Ich liebe Deinen Kommentar.
      LG,
      der Jay

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