Kategorie Lyrik

Lilli Gebhard: Ich wollte eine Blume sein

21. 2.Ich wollte eine Blume seinIch wollte keine Blume seinDu wirst bewundertbegehrt, gepflückt, ausgestelltDoch so vertrocknet jede Blumeund wird entsorgtDu musst unscheinbar seinübersehen werdennur so überlebst duoder ein Vogel werdenund davon fliegenaber wohin

Konstantin Stawenow: Streuobstwiesenpassion

1im Winter mit den Äpfeln sprechendenen die noch stehenüber die rote Haut fahrenihnen Wärme schenkenihren kleinen Riffeln nachgehenden Unberührten und Gefallenendie Jahresringe hinabsteigenzwischen all dem Schneeerfrorenen Gräsern und Aufgefressenemsich die Füße küssen lassenum dann wieder über den Zaun zu steigendie…

Jasmin Brückner: Feigen

Eine Realität wird zur Geschichte,wenn nacherzählt.Eine Geschichte wird dann real,wenn ausgesprochen. Ich schweige. Ich erzähle. Ich spreche aus. Schweige. Lass eine Pause. Spreche weiter. Und vom Balkon aus betrachte ich die Feigenblätter jetzt nur noch aus der Entfernung. Ich erzähle…

Tabitha Hanan: Schweben

Wir sind verzaubert,die Welt ist schön und heil und wir mit ihr.Wir durchdringen alles, keine Frage die unbeantwortet bleibt.Wir sind ein Schwarm und wir wissen genau wohin die Reise gehen soll.Lange war es so – ein Wir das alles ist,…

Micha Kunze: Zwischen den Jahren

Das Jahr, das war ein Kartenhaus.Ich glaub, ich war der Wind.Alles wird sich ändernund ich hoffe, dass das stimmt. Alles wird sich ändern und ich merk,wie ich noch Zweifel heg,weil ich so lange wollte,dass alles genau so weitergeht. Doch das…

Marco Michalzik: Lichtspalt

Mitten im Dunkelscheint die Nachtnie enden zu wollen In den wandernden Schattensind die Träumeängstlich und sorgenvoll Einfach eine Nachtwie so viele zuvorIn der einsamen Kältefast ein wenig verfroren Als die Augen beginnensich an das Schwarz zu gewöhnenscheint plötzlich Musikdurch die…

Gofi Müller: Wut

Wutist eine Beschützerin, sagst duund noch ehe ich mich fragen kannwie du das meinstwundere ich mich darüberdass sie für dich weiblich istbis ich merke, dass das schonallein grammatisch richtig istdoch unabhängig davon frage ich michob das nicht auchein tröstlicher Gedanke…