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Cobains Erben Beiträge

Ordinär und heilig zugleich: Wir lesen Nick Cave! – Mit Marco Michalzik

Der Australier Nick Cave ist aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. Dabei ist er nicht nur als Musiker mit den ‚Bad Seeds‘ unterwegs, sondern veröffentlicht als Literat auch Romane und Gedichte. Seine Songs und Texte begleiten uns schon lange und waren zu verschiedenen Zeiten der Soundtrack unseres Lebens. Das gilt aber nicht nur für uns, sondern auch für ihn selbst: Immer wieder haben gravierende Lebensereignisse, wie z. B. der Verlust seiner Söhne, die Themen und Stimmungen seiner Kunst beeinflusst. In dieser Folge wollen wir ihn vor allem LESEN. Dafür haben wir uns unseren Freund und beinharten Nick-Cave-Fan Marco Michalzik eingeladen, haben uns gegenseitig Cave-Texte vorgelesen und über sie gesprochen. Wir diskutieren über ‚Into My Arms‘, ‚White Elephant‘, ‚Mermaids‘ und ‚Steve McQueen‘ und haben dabei eine Menge Spaß. Aber hört selbst! (Episodenbild: Shutterstock)

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NOPE: Einer der besten Filme des letzten Jahres!

Neulich schickte Jay eine Sprachnachricht an Gofi: „Guck dir unbedingt diesen Film an! Ich will darüber eine Folge machen!“ Damit meinte er ‚Nope‘ von Jordan Peele, einem schwarzen Regisseur aus New York City. Jay hat Recht. Für uns zählt dieser Film zu den besten des letzten Jahres. Mit dieser Meinung sind wir nicht allein. Auch auf der Bestenliste der beiden Redaktionen von Moviepilot und FILMSTARTS hat es ‚Nope‘ auf den zweiten Platz geschafft. Der Film erzählt auf sehr unkonventionelle Weise eine packende Geschichte, die die Genres Horror, Sci-Fi, aber auch den Western streift und dabei vor großen philosophischen Fragen nicht zurückschreckt. Klingt abgefahren? Ist es auch. Auf sehr positive Weise. Wir erzählen den Film kurz nach und reden darüber, warum wir ihn so faszinierend finden. Achtung: Wir können es nicht verhindern zu spoilern. Das ist aber eigentlich nicht schlimm. ‚Nope‘ ist ein Film, dem man problemlos mehrfach schauen kann. Viel Spaß! (Episodenbild: Screenshot aus NOPE, Universal Pictures)

Übrigens: Die Folge des Podcastes ‚Die Filmanalyse‘ zu ‚Nope‘ findet ihr hier: https://die-filmanalyse.podigee.io/66-nope

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„Ich bin glücklich, dass ich von meiner Kunst nicht leben konnte“ – Im Gespräch mit dem Maler Rainer Lather

Rainer Lather malt beeindruckende, großformatige Bilder in Öl. Auch wenn er nicht so bekannt sein mag, wie er es verdient hätte, blickt er auf eine lange Karriere als Künstler zurück. Die meiste Zeit konnte er nicht von seiner Malerei leben. Doch darüber ist er heute froh, denn so konnte er dem künstlerisch nachgehen, was ihm relevant erschien, was ihn wirklich anging, ohne wirtschaftlichen Zwängen folgen zu müssen. Die Themen und Sujets, die er malt, überfallen ihn geradezu, sie stellen sich ihm als Aufgaben. Wie das konkret aussieht, wie sich das anfühlt, wie er zum Malen gekommen ist und was er warum malt, das erzählt er uns in diesem faszinierenden und hörenswerten Talk, der nicht nur für Maler*innen interessant ist, sondern auch für alle anderen, die sich für Kunst interessieren oder selbst Kunst machen. Die Kapitel dieser Folge heißen: 1. Wovon Künstler*innen leben oder auch nicht, 2. Lust aufs Entdecken, 3. Ideen sind wie Einbrecher , 4. Die Befragung der Ahnen
Übrigens: Dieser Talk wird begleitet von einer virtuellen Ausstellung, die wir in der Online-Gallerie ATTÓKK ausrichten. Deshalb könnt Ihr, während Ihr dem Gespräch lauscht, die Bilder von Rainer Lather betrachten. Dieser Link führt Euch zur Ausstellung: https://artspaces.kunstmatrix.com/en/exhibition/11084221/rainer-lather-malerei. Die Vernissage feiern wir am 14. Dezember um 20h via Zoom. Den Link dazu findet Ihr auf https://cobainserben.de auf der Seite ‚Gallerie ATTÓKK‘.

Aufgenommen in der Bokopano Factory, Marburg
Interview: Jay Friedrichs & Gofi Müller
Produktion & Redaktion: Gofi Müller
Musik: Gofi Müller & Rhadio

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Tomatensuppe auf dem van Gogh – Geht der Klimaprotest zu weit?

Die Protestaktionen der ‚Letzten Generation‘ sorgen für Aufregung. Viele sympathisieren mit den Aktivist*innen und unterstützen ihr Anliegen, andere fühlen sich durch sie genötigt und sind darüber wütend. Die Politik ist inzwischen regelrecht alarmiert und greift zu immer drastischeren Gegenmaßnahmen. Besondere Empörung ziehen die Attacken der ‚Letzten Generation‘ auf Kunstwerke nach sich, bei denen sie sich an Bilderrahmen festkleben oder Gemälde mit Lebensmittel oder Öl beschmieren. Bundesjustizminister Buschmann sieht bei diesen Aktionen „eine rote Linie“ überschritten. Wir fragen uns in diesem Talk, welche rote Linie er wohl meint? Gehen die Aktivist*innen wirklich zu weit? Warum zielen ihre Angriffe ausgerechnet auf Kunstwerke? Ist das nicht seltsam, dass sich darüber Menschen aufregen, die selbst möglicherweise gar nicht so gerne ein Kunstmuseum aufsuchen? Und sind die Aktionen der ‚Letzten Generation‘ selbst Kunst?

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Wahnschaffe: Mit dem Herz in der Hand – Über das, was passiert, wenn man sich nackig macht

Es ist eine Geschichte, die viele komischerweise immer noch eher Männern zutrauen. Zu Unrecht, wie Sophia und Hanna beweisen, denn die beiden Frauen gehen als Band ‚Wahnschaffe‘ ihren eigenen musikalischen Weg, ohne Label, Netz und doppelten Boden, aber mit einer klaren Vision davon, was sie wollen und was nicht. So entsteht eine total eigenständige, großartige Musik, die mal sanft flüstert und dann wieder knallt und zupackt. Wir haben die beiden getroffen, und sie haben uns ihre Geschichte erzählt: Wie alles begann, welche Hürden sie auf ihrem Weg überwinden müssen, was sie sich erhoffen und was sie antreibt. Aber natürlich reden wir auch über ihre Musik und darüber, warum sie so klingt wie sie es tut. Hört am besten selbst.
‚Wahnschaffe‘ findet ihr hier: https://wahnschaffemusik.de/, https://www.instagram.com/wahnschaffemusik/, https://www.youtube.com/channel/UCHtGURncIr8pu8A4asASNsQ, https://www.facebook.com/wahnschaffemusik

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Rings of Power oder House of the Dragon – Welche Serie ist besser?

Es ist ein popkulturelles Ereignis, das Fans mit Spannung begleitet haben: Zwei Fantasy-Schwergewichte sind als TV-Serien gemeinsam an den Start gegangen und haben um ihre Zuschauer*innen geworben. Es handelt sich um die Prequels der Sagas ‚Der Herr der Ringe‘ und ‚Game of Thrones‘, die beide in ihrer Bedeutung für das Genre nicht überschätzt werden können. Die Fans waren gespannt: Welche Serie wird überzeugen, welche enttäuschen? Dabei sind die Voraussetzungen für die Macher sehr unterschiedlich: Während die Ereignisse aus Westeros den meisten noch unbekannt sind, kennen Tolkien-Fans die Ereignisse aus Mittelerde schon seit vielen Jahrzehnten. Beide Staffeln sind abgeschlossen, wir haben alle Folgen gesehen und diskutieren darüber. Was hat uns gefallen? Was eher nicht? Worin unterscheiden sich Westeros und Mittelerde? Und wie treu waren die ‚Rings of Power‘-Macher der Vorlage Tolkiens? Wir wollen aber auch wissen, ob Religion in den Geschichten eine Rolle spielt, und wenn ja, welche das ist.
Um Euch vor Spoilern zu schützen, haben wir Spoiler-Warner eingebaut. Leichte Spoiler werden mit einer Clownshupe angekündigt, schwere genregerecht mit einem Kriegshorn.
Diese Folge ist ein Crossover mit dem wunderbaren Podcast ‚Popcorn Culture‘ vom RefLab, der den Talk ebenfalls veröffentlicht. Wir freuen uns deshalb sehr, dass sich uns unser Freund, der Theologe, Autor und Podcaster Manuel Schmid aus Zürich angeschlossen hat. (https://www.reflab.ch/category/podcasts/popcorn_culture/)

Die verwendeten Sounds stammen von MixKit. Die Musik stammt von Gofi Müller & Rhadio. Copyright des Episodenbildes: Amazon.

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Rainer Maria Rilke: Was sich hinter seinen Worten verbirgt

Er ist vor knapp 100 Jahren gestorben, aber seine Worte werden noch heute von vielen verehrt und gerne gehört und gelesen: Rainer Maria Rilke scheint als Dichter unheimlich gut in unsere Zeit zu passen, und vielleicht ist das ja auch gar nicht so verwunderlich. Schließlich gibt es in politischer Hinsicht und vielleicht auch im Hinblick auf das Lebensgefühl gewisse Parallelen zwischen den damaligen und den heutigen Zwanzigern. Gruselig, oder? Ja, genau. Und da trifft es sich dann tatsächlich gut, Rilke zu lesen, finden wir, ohne ihn wirklich gut zu kennen. In diesem Talk stürzen wir uns in seine Worte und sind ziemlich erstaunt über das, was wir dort alles entdecken: Verwirrung, tiefe Sehnsucht und Verzweiflung, aber auch Hoffnung auf bessere Tage. Wir lesen: ‚Östliches Taglied‘, ‚Der Ölbaumgarten‘, ‚Der König von Münster‘ und ‚Was mich bewegt‘.

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Ist Predigen Kunst? – Von Lurchen, Katzen und einem Bett im Altarraum (m. Birgit Mattausch)

Es gibt Menschen, die behaupten, eine Predigt sei ein Kunstwerk. Andere Menschen können das aufgrund ihrer Erfahrungen mit Predigten nur sehr schwer glauben. Eine, die es wissen muss, ist die Theologin Birgit Mattausch. Sie ist Referentin für experimentelle Homiletik am Literaturhaus St. Jakobi, was nichts anderes bedeutet, als dass sie sich sehr gut mit dem Thema auskennt und sich über experimentelle Formen des Predigens Gedanken macht. Wir haben sie gefragt, warum Predigten oft so gleich klingen und welche Tipps sie für Prediger*innen hat. Außerdem erzählt sie uns, warum sie mal eine Woche in einer Kapelle im Bett verbracht hat, was Lurche und Katzen mit Predigten und Game of Thrones zu tun haben und warum sie manche Live-Sessions auf Insta für spirituelle Erlebnisse hält. (Bildrechte auf das Porträt von Birgit Mattausch: Literaturhaus St.Jakobi Hildesheim)

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Todessehnsucht in Badehosen – Warum wir ‚300‘ für einen neofaschistischen Scheißfilm halten

An Zack Snyders Film ‚300‘ (von 2007) scheiden sich die Geister. Die meisten (männlichen) Fans mögen ihn als Schlachtenspektakel in beeindruckender, wenn auch ziemlich künstlicher Optik. Andere, wie zum Beispiel wir, verachten ihn. Jay ist von dem schwülstigen Erzählton und der inhaltlichen Banalität genervt. Gofis Kritik ist vor allem politisch: Ganz bewusst setzt der Film Bilder und Motive ein, die auch aus dem Faschismus bekannt sind. Wir analysieren den Film genauer, wobei wir nicht umhin können, hin und wieder ausfällig zu werden. Wir widmen uns ‚300‘, weil wir damit einerseits ein Versprechen einlösen, das wir vor der Sommerpause gegeben haben. Andererseits ist der Film, so schlecht er auch ist, tatsächlich relevant, weil er einem neorechten Publikum ein passendes Narrativ für ihre politische Agitation liefert. Aber hört selbst.

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Besuch auf der Documenta 15 – Engagiert, konkret, erstaunlich spirituell

Die diesjährige Documenta hat für viel Wirbel gesorgt: Antisemitische Bilder sind aufgetaucht, Vorwürfe an einige Künstler*innen wurden laut, dass sie sich an der Boykottbewegung gegen Israel beteiligt hätten und dabei auch vor antisemitischen Äußerungen nicht zurückgeschreckt seien. Es ist sogar gefordert worden, die gesamte Ausstellung abzubrechen, zuletzt von Sascha Lobo im SPIEGEL. Wir reden über die Debatte, aber nicht nur über sie. Denn wir sind bei unserem Besuch zu dem Schluss gekommen, dass die Documenta sehr viel mehr zu bieten hat, als harte politische Auseinandersetzungen. Die dort gezeigte Kunst ist engagiert, sehr konkret und erstaunlich spirituell. Vor allem formulieren die Künstler*innen des globalen Südens eine sehr wichtige Botschaft an das europäische Publikum, von der wir hoffen, dass sie wahrgenommen wird. Aber hört selbst.

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