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Rings of Power oder House of the Dragon – Welche Serie ist besser?

Es ist ein popkulturelles Ereignis, das Fans mit Spannung begleitet haben: Zwei Fantasy-Schwergewichte sind als TV-Serien gemeinsam an den Start gegangen und haben um ihre Zuschauer*innen geworben. Es handelt sich um die Prequels der Sagas ‚Der Herr der Ringe‘ und ‚Game of Thrones‘, die beide in ihrer Bedeutung für das Genre nicht überschätzt werden können. Die Fans waren gespannt: Welche Serie wird überzeugen, welche enttäuschen? Dabei sind die Voraussetzungen für die Macher sehr unterschiedlich: Während die Ereignisse aus Westeros den meisten noch unbekannt sind, kennen Tolkien-Fans die Ereignisse aus Mittelerde schon seit vielen Jahrzehnten. Beide Staffeln sind abgeschlossen, wir haben alle Folgen gesehen und diskutieren darüber. Was hat uns gefallen? Was eher nicht? Worin unterscheiden sich Westeros und Mittelerde? Und wie treu waren die ‚Rings of Power‘-Macher der Vorlage Tolkiens? Wir wollen aber auch wissen, ob Religion in den Geschichten eine Rolle spielt, und wenn ja, welche das ist.
Um Euch vor Spoilern zu schützen, haben wir Spoiler-Warner eingebaut. Leichte Spoiler werden mit einer Clownshupe angekündigt, schwere genregerecht mit einem Kriegshorn.
Diese Folge ist ein Crossover mit dem wunderbaren Podcast ‚Popcorn Culture‘ vom RefLab, der den Talk ebenfalls veröffentlicht. Wir freuen uns deshalb sehr, dass sich uns unser Freund, der Theologe, Autor und Podcaster Manuel Schmid aus Zürich angeschlossen hat. (https://www.reflab.ch/category/podcasts/popcorn_culture/)

Die verwendeten Sounds stammen von MixKit. Die Musik stammt von Gofi Müller & Rhadio. Copyright des Episodenbildes: Amazon.

9 Kommentare

  1. Kriti-Sir Kriti-Sir

    Hey ihr Cobains Culture!
    Ich habe nichts von den beiden Serien gesehen.
    GOT: 1 Staffel und ein paar Bücher
    HDR habe ich mal pflichtschuldig hinter mich gebracht – seit langen, langen Jahren möchte ich das mal nach- bzw. wiederholen.

    Und dennoch habe ich den Talk genossen. Erstens weil ich ohnehin nicht mehr empfindlich bei Spoilern bin und weil es einfach Spaß macht, euch beim Abnerden zuzuhören. Man hört einfach, wie Gofi sich freut, mit seinem Spezialwissen zu praa….punkten ;).

    Auch die Gedanken zur Religion fande ich sehr spannend!
    Ich gehe sogar einen Schritt weiter und weite den Gedanken mal auf die Bibel aus: Wie wird da eigentlich klar, dass es eine Religion gibt? Eine sehr, sehr breite Frage.
    Aber es wäre weder so wie in HDR, dass immer alles bleibt wie es ist noch so wie in GOT, dass alles sich vermischt und schon gar nicht so wie in Narnia, da es keine einfachen Metaphern gibt….

    • ja, ich gebe es zu. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht. Aber ich hab ja auch immerhin eine Woche wirklich gelesen und studiert, ich musste so viel loswerden wie möglich. 🙂

  2. Wolle Wolle

    Hey,

    wie so oft eine Freude, euch zuzuhören und mitzudenken…!

    Mir ist bei The Rings Of Power etwas aufgefallen, von dem ich hoffte, dass ihr es besprecht. Der erste Satz der ersten Episode ist „Nichts ist von Beginn an böse.“
    Es gibt einen Entscheidungsspielraum. Ich finde, das Thema wird doch immer wieder aufgegriffen.

    Galadriel, die damit ringt, wie weit ihre Rachsucht sie einnehmen darf. Die von Halbrand/Sauron fast schon biblisch in Versuchung geführt wird, sich mit ihm zu verbünden.

    Adar, der offensichtlich ein Elb ist bzw. war, bei dem man sich fragt, wie er zu dem geworden ist, was er ist.

    Der junge Theo, der irgendwie die Faszination des Bösen zu spüren scheint.

    Der vermeintliche Gandalf, der sich als Sauron hätte verehren lassen können.

    Ich würde mir wünschen, dass dieses Thema in den kommenden Staffeln mehr bearbeitet wird.

    Ich finde aber auch, dass die Pole Gut-Böse doch sehr klar und unzweideutig dargestellt werden und den Figuren eigentlich auch immer klar zu sein scheint, was gut und was böse ist. Es wäre spannender, wenn das nicht immer so klar wäre.

    • Hey Wolle, ja, das sind sehr gute Beobachtungen. Dieser graduelle Wechsel von gut zu böse, die Verführbarkeit eigentlich aller Wesen bis hin zu den mächtigsten ist eigentlich ein sehr tolkiensches Thema. das beginnt schon bei dem Valar Melkor, der bereits bei der Schöpfung der Welt nicht damit klarkommt, nur die zweite Geige zu spielen und aus dem dann der Feind Morgoth wird. Aber es stimmt, diese Konflikte sind nicht sehr ambivalent, die Unterscheidung zwischen gut und böse gelingt eigentlich immer, anders als bei Game of Thrones, das, finde ich zumindest, sich auch diesem Thema widmet, aber sehr viel mehr Unentschlossenheit und Grautöne zulässt. Damit ist die Geschichte irgendwie näher an unserem alltäglichen Erleben, scheint mir.

  3. Julia Julia

    Vielen Dank für den Talk! Gofis Hintergrundwissen ist schon sehr beeindruckend, immer gerne mehr davon. Bei Rings of Power musste ich dann doch schon etwas schmunzeln, dass zwar so konsequent auf Sex und „Nicht-Kindgerechtes“ verzichtet wurde, Nori’s Eltern sie aber dann ermutigen mit dem alten kauzigen Fremden mitzugehen 🙂

    • 😀😜 Danke für dein Kompliment!

  4. Jannik Jannik

    Hallo,
    Super Talk mit wirklich sehr anregenden Aussagen, danke!
    Zum Thema Ambivalenz: Ich finde, GoT und Tolkiens Welt sind im Grunde schwer miteinander zu vergleichen. Beides Fantasy, ja. Vom Ansatz her ist Tolkiens Welt aber meiner Meinung nach eher der mythologischen Sage zuzuschreiben, während GoT vielleicht fast schon etwas von erzählerischer Geisteswissenschaft an sich hat. Letztenendes erzählt das eine von Möglichem (oder wie im Talk erwähnt, von dem, was uns im Letzten umfängt), das andere mehr vom Wirklichen (deskriptiv verfahrend, fast schon akademisch).
    Wie ich herausgehört habe, würdet ihr diese Bewegung hin zu mehr Ambivalenz, mehr Differenziertheit in den folgenden Staffeln der HdR-Serie begrüßen. Ich fände es tatsächlich eher störend, da für mich irgendwie fehl am Platz.
    Mir wurde einmal von einem Vorkommnis in einem Kindergarten berichtet, das dies vielleicht bisschen illustrieren könnte:
    Ein Praktikant saß an seinem ersten Tag in der Morgenrunde, während den Kindern das Märchen vom Wolf und den sieben Geislein vorgelesen wurde. Mit Fortschreiten der Geschichte wurde der Praktikant immer unruhiger, während die Erzieherin fortfuhr zu lesen: Dann kam der böse Wolf; …und der böse Wolf blies und blies… Schließlich stand der Praktikant mit hochrotem Kopf auf und schrie: Der Wolf, der ist gar nicht so böse! Der folgt nur seinen Instinkten!
    Er verließ das Zimmer und hinterließ verdatterte Kinder und eine peinlich berührte Erzieherin.

    LG
    Jannik

    • Danke, finde ich einen nachvollziehbaren Einwand. Ich würde dir damit Recht geben. Und die Geschichte ist echt der Hammer!

    • Jay Jay

      Ja, großartige Geschichte.

      Und auf deinen Einwand bezogen, wahrscheinlich hat das dann auch viel mit Geschmacks- und Persönlichkeitsfragen zu tun, welche Art von Erzählung einen mehr anspricht.

      LG,
      der Jay

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