Oh Yes, I’m the Great Pretender – Über das Impostor Syndrome unter Künstler*innen

Ja, wir kennen das auch. Du bereitest Dich auf Deinen Auftritt oder Deine Ausstellung oder die Veröffentlichung eines Werkes vor, möglicherweise stehst Du sogar bereits vor Deinem Publikum und performst – und eine kleine Stimme in Deinem Kopf sagt Dir die ganze Zeit: Du kannst das überhaupt nicht. Du hast keine Ahnung, was Du da tust. Du bist nichts weiter als ein Impostor, eine Hochstaplerin. Gleich fliegt Dein Schwindel auf. Oder vielleicht erst morgen. Aber früher oder später werden es alle wissen, dass Du nur so tust, als ob. Dieses Phänomen, unter dem nicht nur viele Kunstschaffende leiden, nennt man Impostor Syndrome. Das ist das quälende Gefühl, dass man jeglichen Erfolg in Wirklichkeit überhaupt nicht verdient hat.
Eines der prominentesten Opfer des Syndroms ist Robbie Williams. Wir haben uns die sehenswerte Netflix-Doku über ihn extra noch einmal angeschaut und reden drüber: Wie geht man mit diesen Gefühlen um? Wodurch entstehen sie? Und gibt es ein Heilmittel, einen Ausweg aus der Misere? Viel Spaß bei diesem lockeren Gespräch zweier Betroffener!

2 Kommentare

  1. In einer Welt, wo der große Teil der Menschheit jede angebliche Kunst einfach raushaut, sich die Menge darstellt, um ihrer Bedeutungslosigkeit zu entkommen und die eigene Minderwertigkeit zu kaschieren,
    halte ich Künstler*innen für besonders einzigartig, die auch erstmal für sich Kunst schaffen, sei es als Therapie oder Freude an der Übung oder der Tätigkeit und dabei auch das Leiden dieser Welt im Blick haben. Vielleicht haben ja manche so wenig Erfolg, weil sie jeden Dünnschiß veröffentlichen und es dabei immer nur um sie selbst geht! Auch introvertierte Künstler*innen sind tätig, selbst wenn ihre Werke noch nicht öffentlich sind!
    Liebe Grüße!
    Mister S.
    CD – Empfehlung: Kevin Max , The Imposter

  2. Eine solche Episode ohne das PhrasenSchweinige „Fake it till you make it.“ hinzubekommen – chapeau!

    Interessanter Talk, der weit über das KünstlerDaSein herausragt. Und was für ein Dämpfer gleich zu Beginn.

    Aber ich kenne solche Gefühle auch aus dem eigentlich stumpfen BüroAlltag, der eigentlich gar nicht so stumpf ist. Auch im Berufsalltag mit all seinen Herausforderungen und Zumutungen fühle ich mich manchmal überfordert und weiß am Ende gar nicht, wie ich das alles hinbekommen habe bzw. dass die anderen heraus bekommen, dass ich das doch in Wirklichkeit gar nicht kann.
    Ich denke, das geht fernab des sensiblen Kunstbetriebs vielen Menschen im beruflichem Kontext so.

    Für mich ist das Heilmittel klar: Demut vor Gott und Bescheidenheit vor dem Menschen und ein gesundes augenzwinkerndes Selbstbewusstsein. Dann ist egal, ob ich vor 2 Millionen Menschen stehe oder nur mit einem Kollegen ein schwieriges Thema bespreche.

    Der Kunstbetrieb ersetzt Gott dann wohl häufig durch das künstlerische Ideal.
    Es wäre interessant, die biblischen Erzählungen und antiken Mythen auf dieses Syndrom hin abzuklopfen…aber „nicht heute“ 🙂

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