‚Poor Things‘: Ein Emanzipationsdrama

Vier Oscars hat ‚Poor Things‘ erhalten, und so verdient das ist, so erstaunlich ist es doch auch. Denn wenn man den Film als ungewöhnlich bezeichnen würde, wäre das noch untertrieben. Er entwirft eine kühne Filmästhetik und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die sich emanzipiert und, genau wie der Film, ihren ganz eigenen Weg geht. Klingt das nach etwas, das Du schon unzählige Male gehört und gesehen hast? Vergiss es. Der Film ist viel verrückter. Wir erzählen Dir von Bella Baxter, ihrem Schöpfer und ‚Gott‘ Godwin und einem Sündenfall, der notwendig ist, damit sich das Drama der Emanzipation überhaupt erst entfalten kann. Vor allem sagen wir Dir, was wir von diesem Film halten. Ach nee, das machen wir jetzt schon: Er ist super! Aber hör selbst. (Das Episodenbild ist ein Screenshot von https://amazon.de/)

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2 Kommentare

  1. Ich wurde mit dem Film nicht warm.
    Was nicht heißen soll, dass ich die Filmtechnik, vor der der Film nicht zuletzt durch Emma Stone nur so sprüht, nicht würdigen könnte.

    In keiner Kritik habe ich bisher etwas zu dem Soundtrack gehört, der mir richtig auf die Senkel ging. Geigengequietische zu so schönen Bildern – was soll das?

    Die Handlung lässt sich nur so retten, indem man das ganze als SteamPunktMärchen begreift, aber in welcher Welt führt Prostitution dann zu einer gelebten Emanzipation? Ist das nicht wieder eine sehr männliche Vorstellung, dass die Frau sich kraft ihrer Sexualität erlösen möge?
    Da würde mir wirklich Jannas Perspektive aus popcornculture interessieren. (Schade, dass die Episode verloren ging!)
    Auch schade, dass ihr nicht über die letzte Szene gesprochen habt; das hätte mich schon noch interessiert…

    Ich erkenne an, dass man den Film sehr gut finden kann, vllt gerade weil er keine wirkliche Botschaft sendet, aber mir ist das dann zu gewollt „künstlich“ und seicht.

    • Ja, die Musik. Ich habe mich beim Schneiden der Folge richtig geärgert, dass wir das vergessen haben, darüber zu sprechen. Ich finde sie auch anstrengend, aber sehr passend zur Gesamtästhetik des Films. Meiner Meinung nach passt sie sehr gut zur Gesamtästhetik des Films. Mich erinnert sie an mechanische Instrumente, die meistens gut funktionieren, aber eben nicht immer. In dieser Geschichte werden ja Dinge, Körper und Biografien de- und rekonstruiert, was eben nicht immer funktioniert. Auch die Bildästhetik mit den Fischauge-Perspektiven passt dazu, eine Perspektive, die auf einen Blick alles zeigt, aber verzerrt. Habe gerade Tourpause, bin zu Hause und völlig kaputt im Kopf, aber das musste ich gerade mal da lassen.

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