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Sind die Held*innen am Ende? – Über Superheld*innen und ihren Absturz

Superheld*innen hat es schon immer gegeben. Sie trugen nicht immer Maske und Cape, sondern auch mal Sandalen, Speer oder Keule. Aber dass es übernatürlich begabte Männer und Frauen gibt, die zu großen Taten fähig sind, ist seit jeher Bestandteil vieler berühmter und auch uralter Geschichten. Das Genre wurde in den letzten Jahren neuentdeckt, in die Kinos gebracht, zuletzt aber auch genüsslich zerstört. Was fasziniert uns an den Übermenschen? Warum finden wir ihre Geschichten spannend? Und was versprechen wir uns davon, wenn wir ihnen die Masken herunterreißen? Auch wenn wir auch diesmal wieder viel über Comics reden: Dieser Talk ist nicht nur für Nerds. Versprochen. Aber hört selbst.

6 Kommentare

  1. Gerrit Gerrit

    Hey ihr Erben,

    Hab die Folge noch nicht ganz durch, mir jucken aber zwei Infos so in den Fingern, dass ich sie jetzt schon los werden muss.

    1. Preacher wurde auch von Garth Ennis geschrieben, was die Parallelen zu The Boys, im Bezug zu Ironie, Satire und Gewalt, etwas mehr erklärt.

    2. Das Batman Comic, von dem Gofi anfangs erzählt, in dem der Joker Chief Commissioner Gordon dieser Höllenfahrt aussetzt, wurde von Alan Moore geschrieben. (THE KILLING JOKE)
    Und wie bei Watchmen wird auch hier die Moralität des Superhelden hinterfragt.
    Batman und Rorschach sind psychologisch ziemlich ähnlich: kompromisslos schwarz-weiß und brutal. Rorschach in Watchmen zeigt uns eigentlich nur, wie soziopathisch und zutiefst gestört ein echter Batman in der wirklichen Welt wäre.

    Okay, soweit erstmal. Bestimmt schreibe ich noch ein paar Gedanken zu dieser tollen Folge!
    Grüße

    • Ah, wow Gerrit! Vielen Dank für diese wichtigen Infos! Jetzt muss ich The Killing Joke nochmal unbedingt lesen.

  2. Gerrit Gerrit

    Und ich nochmal…

    Die Frage, warum Superhelden eigentlich maskiert sind, habe ich mir noch nie gestellt.
    Ein einfach zu klassisches Merkmal… aber warum eigentlich.

    Auch ein genialer Einwand, dass Clark Kent eigentlich die Maske Supermans ist.

    Maskierte Helden gab es ja schon vorher. Zorro fällt mir da ein, der seinen Kopfgeldjägern entkommen möchte.
    Fun Fact: Schaut nicht Bruce Wayne „die Maske des Zorro“ mit seinen Eltern, am Abend ihrer Ermordung…?

    Peter Parkers Geheimidentität schützt seine Freunde vor Spidermans Feinden.

    Naja, und Masken schützen ja auch vor Strafverfolgung. Das ermöglicht das konsequenzenbefreite Austoben für die gerechte Sache – Gebäude- und kfz-Versicherern zum Ärgernis.
    Und auch das spricht doch bei vielen von uns eine kindliche Fantasie an.

    Das zweite Thema, was ich sehr spannend fand, war die Entwicklung von Held*innen bzw Protagonist*innen der letzten Jahrzehnte.
    Stallone und Schwarzenegger durften noch ALLES,

    Leute wie Jack Bauer in „24“, Carrie in „Homeland“ oder Dr House sind in ihren Methoden unkonventionell bis unmoralisch – aber am Ende haben sie wenigstens recht.
    „Dexter“ hat das noch weiter gepusht…

    Aber bei den Sopranos oder Breaking Bad wird es sehr ambivalent.

    Könnten da 9/11, der Irak-Krieg und Guantanamo ihren Anteil dran haben?
    Dass das Weltbild aus dem Zweiten Weltkrieg von den guten Amis gegen das absolut Böse nicht mehr greift?

    Sympathische Bösewichte gibt es schon lange (schon mit Frankensteins Monster hatte man Mitleid), aber unsympathische bis ambivalente „Gute“ sind neu und entsprechen tatsächlich viel mehr unserer Wahrnehmung der Welt.

    Super spannende Folge, in der es weniger um das Kunstschaffen, als um die Geschichten geht, die wir uns erzählen. Und die mag ich immer am Liebsten 🙂

  3. Kriti-Sir Kriti-Sir

    Schon der Einstiegstalk hatte einen sehr illustren Gast. Tolle Hinführung!
    Und jetzt ein ganz ganz toller Talk – ach was sag ich da! – beinahe schon eine Spontanvorlesung über das Superheldengenre, der wirklich viel abgegrast hat.
    Für die allgemeine Systematisierung hat die Zeit dann dennoch nicht gereicht. Sei´s drum.
    Zu ergänzen wäre noch das Anarcho-Sub-Genre mit Suicide Squad & Co. sowie die Superman-Persiflage „Son of Darkness“, in dem der „Held“ ganz auf Egoismus getrimmt ist.

    Der Hauptdiskurs scheint tatsächlich in „gut und böse“ zu liegen.
    Ihr meintet ja, dass ein Superheld ohne Schwächen nicht interessant sei.
    In Hinblick auf Jesus Christus wird auch diese Gewissheit erschüttert. Gab es jemals eine faszinierende Persönlichkeit als ihn, der als von Gott gezeugter, dann doch ganz Mensch war und statt Weltherrschaft Menschenfischer ausbildete?

    P.S: Ein diverser Held kam doch gar nicht vor?! :p

    • Dankeschön! Das geht runter wie ÖL. Schön, dass es dir gefallenhat! Aber in Bezug auf Jesus Christus muss ich doch noch mal Nachfragen: Ist das nicht der, der von seinem besten Freund verraten und danach gefoltert und öffentlich nackt hingerichtet worden ist? Sehr viel schwächer geht doch gar nicht, oder?

  4. Kriti-Sir Kriti-Sir

    Hey Gofi 🙂
    Die von dir beschriebenen Schwächen würden wohl den Kriterien der Achillesferse oder Siegfrieds Blatt auf der Schulter nicht entsprechen ;).
    Bei Jesus fällt die größte Stärke und Schwäche zusammen. Die einfältige Liebe sprengt auch hier die Mauern, die man in den Comics immer wieder hochzieht…

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